Glücklich im Rückzug (?)

März 5, 2007

Habe ein Weilchen nix gepostet, es passiert auch nichts besonderes. Nicht auf, nicht ab, was das Gefühl allerdings erhöht, nicht wirklich zu existieren. Arbeite vor mich hin, Arbeit ist mir egal, Sozialkontakte auch, raus gehe ich nicht viel. Freue mich, wenn mein Freund da ist, frage mich ab und zu, wann ich ihn in Grund und Boden gelangweilt haben werde, aber grad keine Energie da, mich irgendwie ’spannender’ zu machen. Wenn ich Glück habe, ziehe ich in einem halben Jahr weg aus dieser Eishöhle der Isolation. Verstehe die Menschen hier nicht (schon ihren Dialekt nicht) und auch im Job reizt mich nix. Meine direkten Kollegen sind nett, aber ebenso resigniert. U.U. ist der Angstdruck jetzt etwas schwächer geworden, dafür habe ich andere Probleme (habe mir eine Spirale einsetzen lassen und die schmerzt und blutet nach wie vor ununterbrochen, das gefällt mir nun gar nicht).


Hier nix Neues

Februar 24, 2007

Angstlevels wie immer. Will manchmal alles hinschmeißen. Leben ist so scheißanstrengend.


Nicht gut

Februar 12, 2007

Heute geht’s mir gar nicht gut, ich kann fast nicht arbeiten (und war schon am Freitag spektakulär unproduktiv). Die Angst hat mich fest im Griff und es hat sich fast eine Art Schleier über mein Hirn gelegt – so fühlt es sich an. Bin kurz davor nach hause zu gehen, aber dort wird es auch nicht besser. Scheiße Scheiße Scheiße Scheiße. Ich fühl mich furchtbar, würde mir gerne die Angst herauskotzen. Oder doch Pillen nehmen. Irgendetwas, dass diese Schleier und den Druck von mir nimmt…


Auf und Ab

Februar 8, 2007

Gestern und vorgestern waren wirklich unangenehm, ich hatte soviel Angst im Bauch, dass alles schmerzte. Komisch dabei aber: Auf der Oberfläche war ich m.E. verblüffend sozialkompetent (jedenfalls für mich), gleichzeitig aber nur mäßig produktiv an der Arbeit. Schwierig, produktiv zu sein, wenn man innerlich so gehetzt ist. Abends war ich bei meinem Freund, ein Freund von ihm war auch da und auch da bin ich verblüffend wenig aus der Rolle gefallen, obwohl es immer weh tat innerlich oder im Bauch (oder was weiß ich).

Schwer ist mir das ins Bett gehen gegangen. Schon seit einiger Zeit sperre ich mich dagegen, Dinge wie mich bettfertig machen (Zähne putzen, Gesicht waschen) schiebe ich ewig vor mir raus, obwohl ich total müde bin. Habe gestern meinen Freund gebeten, mit mir mit zu kommen dabei, dann ging’s. Keine Ahnung, welche Botschaften mein Unterbewusstes da wieder sendet. Zum Einschlafen hab ich so ein entspannendes Antihistaminikum genommen – hab ich aus England, keine Ahnung ob es das auch in D gibt. In England bekommt man es jedenfalls regulär bei Boots (Drogerie). Man spürt keine merkliche Entspannung, aber Einschlafen ist ein bisschen leichter damit.

Heute ist die Angst nicht ganz so schlimm, gottlob. Dafür stapeln sich die Arbeitsberge bis zum Horizont.


Uff

Februar 6, 2007

Das zweite Post heute. Bin nach Hause gekommen und habe doch erst mal geschlafen bzw. erst gedöst, dann auch etwas geschlafen. Meine Angst ist schon fast lächerlich hoch – ich liege bloß im Bett und grübele noch nicht mal ernsthaft nach (Grübeln konnte ich bislang ja eher immer spitze) und dennoch sitzt mir so eine Angst im Bauch, dass es richtig schmerzt (nicht einfach zwickt, wie sonst). Ich hab keine Ahnung, was ich dagegen tun soll – vermutlich werde ich es gleich mal mit Meditieren probieren (bzw. Meditieren ist sicher besser, als stundenlang im Netz zu surfen). Hatte mal eine CD von Krishna Das, zu der das hervorragend funktionierte – leider finde ich die nicht mehr.

Ok, was ist es das mir Angst macht:

_Dass mein Freund mich verlässt – die Angst habe ich immer, selbst wenn ich ihn noch zehn Stunden vorher gesehen habe und er mir sagte, dass er mich liebt. Er ist wunderbar und sagt mir solche Dinge so häufig – trotzdem hab ich immer wieder Angst, sobald ich ihn auch nur ein Weilchen nicht sehe, dass er mit mir Schluss machen will. Zur Zeit ziehe ich mich auch von allem Geschlechtlichen zurück – fühle mich grad, als sei dieser Teil von mir wie abgeschaltet. Gleichzeitig wächst natürlich die Angst, dass er deswegen die Geduld verliert.

_Dass ich von hier nicht mehr wegkomme – wie gesagt wohne ich in einer Gegend, in der es mir sehr schwer fällt Anschluss zu finden. Es ist eine ganz normale Kleinstadt-Spießergegen, und ich bin auf Großstadt getaktet (Anonymität, Untertauchen, Sicher sein, in Kultur flüchten). Habe heute wieder eine Bewerbung rausgeschickt – hinterher die Befürchtung, mich mit meiner Bewerbung lächerlich gemacht zu haben – und das sollte mir nun wirklich egal sein, oder?


Und weiter zurück

Februar 6, 2007

Die letzten beiden Tage waren härtere. Meine Angst schlägt mir bis zum Hals, manchmal habe ich das Gefühl, „mental ohnmächtig“ zu werden. Beruflich waren sie dabei ok, gestern mäßig, heute mehr erfolgreich, und eigentlich hab ich sogar nur zwischenmenschliche Blumen von Kollegen kassiert.

Umso verwirrender der Angstanstieg, den ich jetzt einfach mal als notwendige Rückreaktion nach den guten Tagen werte. Vielleicht ist es auch so, dass meine Angst jetzt präsenter ist, ich weiß es nicht. Heute morgen dachte ich, dass ich wirklich gerne mal so ein angstlösendes MIttel ausprobieren würde, nachdem ich auf einem anderen Blog las, das andere das ziemlich nach Bedarf einsetzen. Zugleicher Zeit glaube ich nicht, dass man Angst überwinden kann, wenn man sie betäubt.

Sehr schlecht geschlafen heute nacht – das ist doof, dann ist die Versuchung groß, jetzt gleich nach der Arbeit schlafen zu gehen – und dann schlafe ich wieder heute nacht nicht und alles geht von vorne los…

Und draußen: Regen, Regen, Regen…. :-(


Das Pendel schwingt zurück

Februar 4, 2007

Schade, die paar angstfreien Tage sind jetzt leider vorbei. Dennoch war es schön festzustellen, dass die Angst auch mal weggehen kann – ich hab ja schon bald aufgehört daran zu glauben (keine Wunder nach über drei Jahren nonstop Angstdruck). Es geht also zumindest – das ist schon mal ein Hoffnungsschimmer.

Immerhin ist der Qualität der Angst anders als noch vor einem halben Jahr – als am unangenehmsten finde ich ja die ‘verhärtete Angst’, das schon mehrfach erwähnte Zwicken im Bauch, das einem die Lebensgeister regelrecht abpressen zu scheint. Da ist das was ich jetzt und heute hab schon besser: echte Angst, das heisst ein inneres Zittern, ohne allerdings den Grund zu kennen – also quasi ein rein körperliches Symptom (anders als Panik, denn Panik ergreift ja auch den Geist).


Ein guter Tag

Januar 30, 2007

Heute ist ein guter Tag ohne dass irgendetwas besonderes passiert wäre, und man muss vermutlich ein Angstpatient sein, um das wirklich zu schätzen oder verstehen zu können. Abgesehen von dem üblichen Zwicken am Morgen, dass ich in der Regel mit Atemtechnik versuche in den Griff zu kriegen, geht es mir wirklich gut – kein Zeichen von Angst weit und breit. Weder zwickt es im Bauch (dort, wo sich vor drei Jahren ein schmerzhafter Ring unterhalb der Rippen einmal um mich rum legte und es mir nicht mehr erlaubt, überhaupt noch entspannt zu atmen), noch erscheinen die Gedanken in meinem Kopf so gehetzt wie früher. Eigentlich ist es fast unglaublich, denn ich hab so viel probiert in den letzten Jahren, um mir temporär wenigstens Erleichterung zu verschaffen (stundenlanges Meditieren, Probieren von x Entspannungstechniken, Sport um die Kondition zu stärken – wobei gerade das letztere so schwer ging, weil ich eh immer erschöpft war). Und jetzt geht es einfach so – ich hoffe es wird eine Zeit lang anhalten!

Eingetreten ist die Veränderung in der letzten Therapiestunde, in der ich auf einmal Zugang hatte zu irgendeinem Teil von mir, den ich lange vor mir versteckt hatte. Irgendeinen eher naiven kleinen Teil, irgend etwas, das ich vermutlich abgekapselt hatte, als ich noch viel jünger war – jedenfalls war meine Sprache wesentlich naiver und kindlicher in dem Moment. Ich habe ununterbrochen geweint, aber tatsächlich habe ich mich nicht traurig gefühlt. Das Weinen war tröstlich und irgendwie war es auch gut, diesen Zustand zu spüren.

Als ich aus der Stunde ging, war ich ein paar Mal sehr sehr sehr glücklich, spürte das Glück regelrecht in mir nach oben steigen. Das war schön:-)

Und seitdem, das war vor vier Tagen, geht es mir immer besser – ich hoffe der Trend hält an! Selbst Dinge, die mich sonst ewig zum grübeln und zweifeln gebracht hätten, scheinenheute an mir abzuprallen. ich habe etwa Fahrkarten für meinen freund gekauft und er hat mal wieder erst hinterher gefragt (d.h. fragen tut er gar nicht mehr) also, gesagt, dass er das mal wieder auf die Schuldenliste setzen müsste. Er hat schon 700 Euro Schulden bei mir, und jetzt reicht’s. Hab ihm gesagt, dass ich die Liste jetzt dicht mache, später werde ich das noch mal mit besprechen. Allerdings ärgert mich das ganze nicht halb so sehr wie üblich und vor allem tut es nciht so sehr im Bauch weh wie sonst.

Aber das mit dem Geldleihen ist noch mal ein Ding für sich. Ich kann absolut mir Geld umgehen, ich glaube frauen können das eh besser. Meine Mutter hatte immer nur Freunde, die ihr auf der Tasche liegen, sogar der jetztige, obwohl der eigentlich ein ok.er Typ ist. Meine Freund scheint auch immer erst mal darauf zu spekulieren, dass ich die Kohle aufbringe. Ab jetzt ist der Hahn jedenfalls zu ;-)


Besser

Januar 29, 2007

Am Freitag in der Therapie ist mir was komisches aber auch was gutes passiert. Tatsächlich ist der Angstdruck dadurch schwächer geworden, zeitweise ist er sogar ganz weg :-) Mehr darüber später.


Schon wieder fünf Tage weg

Januar 25, 2007

Manchmal erschreckend, wie schnell die Tage an einem vorbeijagen. Diese Woche hatte ich das Gefühl mal wieder nur in Arbeit zu versinken – nicht unbedingt unangenehm, denn Arbeit kann ja auch ablenkend sein. Mein Angstgefühl im Bauch ist unverändert. Dennoch war ich in den letzten Tagen ein paar Mal so richtig verblüffend _da_. Also trotz Angst. Z.B.
_war ich bei einem neuen Frauenarzt* und während mir Sprechstundenhilfen trotz ihrer Belanglosigkeit manchmal richtig Furcht einjagen können, habe ich am laufenden Band Scherze beim Ausfüllen der Formular gemacht
_mit dem Arzt habe ich mich dann unterhalten, ohne dass das Gefühl zu haben dass meine „Tarnung“ gleich auffällt (meine geheime Phantasie ist ja wie gesagt, dass mich alle Leute sofort verurteilen, Autoritätspersonen wie Ärzte sowieso) (ok, bis er dann festgestellt hat, dass ich einen Pilz habe, da habe ich mich gleich wieder verdächtig gefühlt – habe selbst von keinem Pilz was gemerkt)
_bei einem Meeting an der Arbeit mit Personen aus allen Abteilungen habe ich drei mal etwas gesagt ohne wüstes Herzrasen zu bekommen (es deutete sich vor der ersten Wortmeldung an, klang aber dann wieder ab)
_hinterher habe ich noch eine Kollegin, von der ich auch insgeheim glaube, dass sie mich furchtbar und nervig fühlt, ein von mir initiiertes (sachbezogenes) Gespräch geführt
_noch etwas später beim Verlassen des Gebäudes habe ich noch eine andere Kollegin angequatscht und etwas was sie gesagt hat gelobt (nicht aus Schleimerei, sie hatte Recht!)

Ist das jetzt ein Fortschritt oder nicht? Nehmen wir es doch mal an – morgen werde ich fragen, ob ich nicht mal, wenigstens einmal, Valium verordnet kriegen kann um wenigstens einmal zu entspannen. Ob es sowas gibt?

* (ich bin ja lieber bei Frauenärztinnen aber scheinbar wollen so wenig Mediziner Gynäkologe werden, dass man fast immer Wochen auf einen Termin warten muss – also bin ich dort hingegangen wo ich einen Termin kriegen konnte)