Archiv für 30. Januar 2007

Ein guter Tag

Januar 30, 2007

Heute ist ein guter Tag ohne dass irgendetwas besonderes passiert wäre, und man muss vermutlich ein Angstpatient sein, um das wirklich zu schätzen oder verstehen zu können. Abgesehen von dem üblichen Zwicken am Morgen, dass ich in der Regel mit Atemtechnik versuche in den Griff zu kriegen, geht es mir wirklich gut – kein Zeichen von Angst weit und breit. Weder zwickt es im Bauch (dort, wo sich vor drei Jahren ein schmerzhafter Ring unterhalb der Rippen einmal um mich rum legte und es mir nicht mehr erlaubt, überhaupt noch entspannt zu atmen), noch erscheinen die Gedanken in meinem Kopf so gehetzt wie früher. Eigentlich ist es fast unglaublich, denn ich hab so viel probiert in den letzten Jahren, um mir temporär wenigstens Erleichterung zu verschaffen (stundenlanges Meditieren, Probieren von x Entspannungstechniken, Sport um die Kondition zu stärken – wobei gerade das letztere so schwer ging, weil ich eh immer erschöpft war). Und jetzt geht es einfach so – ich hoffe es wird eine Zeit lang anhalten!

Eingetreten ist die Veränderung in der letzten Therapiestunde, in der ich auf einmal Zugang hatte zu irgendeinem Teil von mir, den ich lange vor mir versteckt hatte. Irgendeinen eher naiven kleinen Teil, irgend etwas, das ich vermutlich abgekapselt hatte, als ich noch viel jünger war – jedenfalls war meine Sprache wesentlich naiver und kindlicher in dem Moment. Ich habe ununterbrochen geweint, aber tatsächlich habe ich mich nicht traurig gefühlt. Das Weinen war tröstlich und irgendwie war es auch gut, diesen Zustand zu spüren.

Als ich aus der Stunde ging, war ich ein paar Mal sehr sehr sehr glücklich, spürte das Glück regelrecht in mir nach oben steigen. Das war schön:-)

Und seitdem, das war vor vier Tagen, geht es mir immer besser – ich hoffe der Trend hält an! Selbst Dinge, die mich sonst ewig zum grübeln und zweifeln gebracht hätten, scheinenheute an mir abzuprallen. ich habe etwa Fahrkarten für meinen freund gekauft und er hat mal wieder erst hinterher gefragt (d.h. fragen tut er gar nicht mehr) also, gesagt, dass er das mal wieder auf die Schuldenliste setzen müsste. Er hat schon 700 Euro Schulden bei mir, und jetzt reicht’s. Hab ihm gesagt, dass ich die Liste jetzt dicht mache, später werde ich das noch mal mit besprechen. Allerdings ärgert mich das ganze nicht halb so sehr wie üblich und vor allem tut es nciht so sehr im Bauch weh wie sonst.

Aber das mit dem Geldleihen ist noch mal ein Ding für sich. Ich kann absolut mir Geld umgehen, ich glaube frauen können das eh besser. Meine Mutter hatte immer nur Freunde, die ihr auf der Tasche liegen, sogar der jetztige, obwohl der eigentlich ein ok.er Typ ist. Meine Freund scheint auch immer erst mal darauf zu spekulieren, dass ich die Kohle aufbringe. Ab jetzt ist der Hahn jedenfalls zu ;-)