Archiv für 1. Januar 2007

Die Lage am Abend

Januar 1, 2007

Wie eine normale Regel fühlt sich das hier in der Tat nicht an. Ich kann immer noch nicht einschätzen, ob es mehr oder weniger als normal blutet. Für gewöhnlich nehme ich immer Tampons. Die sind in diesem Fall allerdings nicht angeraten. Was man sagen kann, ist das es nachhaltiger schmerzt als bei einer gewöhnlichen Regel.

Halte die Augen weiter auf nach dem 2cm großen Fruchtsack. Bislang kein Befund. Aber auch keine Ahnung, wie man den in dem ganzen Blut erkennen soll.

Schmerzen, Pt. n

Januar 1, 2007

Wie gesagt: Alles was jetzt noch passiert ist NICHTS gegen die Schmerzen von heute morgen. Frage mich dennoch, wie jemand eine Geburt überhaupt übersteht? Und die Leute tun’s reihenweise. 20 Stunden hat meine Kusine im Kreißsaal gekämpft – unfassbar.

Vom Fruchtsack allerdings bislang keine Spur – goddammit.

Schmerzmittel funktioniert

Januar 1, 2007

Dem Herrgott sei’s getrommelt. Das Schmerzmittel hält. Eben hab ich mich vor Schmerzen auf dem Boden rumrollen müssen (Yogaasana „Stellung des Kindes“), jetzt ziept es zwar auch merklich, aber das Schmerzmittel scheint das Ärgste ab zu halten. Schon 15 Minuten über Einnahme hinaus.

Also niemals vergessen: Schmerzmittel min. 20 Minuten VOR der Einnahme einnehmen, auch wenn der Onkel Doktor sagt „zusammen mit Prostaglandin (=Cyprostol)“ einnehmen.

Also auf ein Neues

Januar 1, 2007

Vor drei Minuten habe ich die letzten beiden Tabletten genommen. Unglaublich, wie schnell dieses Zeug wirkt. Es krampft schon wieder heftig in der Gebärmutter (und hoffentlich hält es sich jetzt im Rahmen).

Denke an vorgestern und an das 17-jährige Mädel, das mit seiner Mutter im Aufenthaltsraum saß. Scheinbar muss sich zwischen meinem Freund und der Mutter ein Dialog entsponnen haben der Art „Und dann kann sie jetzt nicht rauchen, und das über Silvester, wo dich alle rauchen“ und „Sie denkt doch jetzt schon wieder nur daran, wann sie wieder ficken kann“. Meine Güte. Wenn meine Mutter so was über mich in meiner Anwesenheit gesagt hätte, wäre ich wohl ziemlich zornig geworden.

Oha, es wird heftiger. Ich ahne schon, dass das nur unwesentlich heftiger wird als eben die Chose. Aber in 20 Minuten ist das heftigste vorbei….

Hoffe die Kleene hält das gut durch. Ich bin ja immerhin schon bald doppelt so alt.

Wahrheiten über die „Abtreibungspille“

Januar 1, 2007

Eins muss auch noch mal gesagt werden. Sämtliche konservativen (männlichen wie weiblichen) Politiker und sonstwie selbsternannten „Lebensschützer“, die sich darum bemüht haben, die Anwendung der „Abtreibungspille“ zu verfemen und zu verniedlichen als eine Art Lutschbonbon, das man mal eben einnimmt und dann hat es sich mit der Schwangerschaft, haben keine Ahnung wie es wirklich ist.

Bei einem operativen Abbruch bekommt man Teil- oder Vollnarkose und nach dem Eingriff ist es vorbei. Die Einnahme von Mifegyne mit Prostaglandin zieht sich über drei Tage (drei Tage, bei denen man sich zunächst mal zurückziehen können muss von öffentlichen Aufgaben – zumindest den dritten Tag kann man auf keinen Fall an der Arbeit verbringen). Und die Schmerzen sind überwältigend – jedenfalls in meinem Fall. Das schlimmste dauerte für mich zwar nur 20 Minuten, trotzdem zögere ich jetzt sehr die nächsten beiden Tabletten zu nehmen.

Die Blutung hat jetzt definitiv eingesetzt, Stücke der Gebärmutterschleimhaut kommen schon raus. Ich bin mir nicht sicher, ob sie stark genug ist – aber die Aussicht, noch mal durch solche 20 Minuten zu gehen, erscheint furchtbar.

Trotz allem: Ich bereue es nicht, mich für diese Methode entschieden zu haben. Erstens traue ich den Ärzten nicht – ich habe Angst davor, in die Hände eines konservativen idioten zu geraten, der mir das Abgesaugte zum Aufwachen aufs Nachttischchen stellt, oder davor, dass er irgendwelche Organe verletzt. Sicher nur Angstfantasien, aber das Ausgeliefertsein macht den Unterschied.

Hier sehe ich die Ausscheidungen ebenfalls, aber auf andere Form. Menstruiert habe ich ja nun schon über 200 Mal in meinem Leben, auch heftig. Auch wenn das ganze chemisch gestartet wurde, sind es die Mittel des Körpers, die greifen – Kontraktionen der Gebärmutter. Verletzungen können dabei nicht vorkommen.

Ob ich also auch die letzten zwei Tabletten nehme (die man nehmen soll, wenn nach 2-3 Stunden noch nichts passiert ist oder die Blutung schwächer ist als sonst an einem ersten Regeltag), entscheide ich in den nächsten zehn Minuten.

Etwas Blut

Januar 1, 2007

Ein erstes bisschen bräunlichroter Vaginalflüssigkeit ist abgegangen. Uff! Werde trotzdem die nächsten beiden Tabletten auch nehmen. Sicher ist sicher. Hoffe es wird nicht ganz so hart wie eben. Schmerzmittel nehme ich jetzt.

Das Tag „Schwangerschaftsabbruch“

Januar 1, 2007

Ganz am Rande finde ich es merkwürdig, dass es bislang weder das Tag „Schwangerschaftsabbruch“ noch das Tag „Abtreibung“ gibt. Scheinbar bin ich die einzige die es verwendet. Scheinbar sind solche Themen immer noch ein Tabu. Der Begriff „Abtreibung“ ist mir sowieso zu ideologisch belastet, ein absichtlich brutaler Begriff, der Frauen, die sich für einen Abbruch entscheiden, moralisch auf’s Gemüt schlagen soll. Zum Zwecke der besseren Wiederfindbarkeit habe ich ihn als Tag aber auch vergeben – falls sich irgendwo eine Frau einen Erfahrungsbericht durchlesen möchte (den Blog Stats nach zu deuten ist das allerdings nicht der Fall – 5 Besucher soweit auf dem ganzen Blog seit es ihn gibt).

Wie auch immer, ich habe mir den Ultraschall angesehen. Da sind noch keinerlei Strukturen ausgebildet, kein Homunculus erkennbar, keine Herztöne vorhanden, 2cm ist der Fruchtsack in seiner größten Ausdehnung. Wie schon mehrfach erwähnt: Möglicherweise wäre die Schwangerschaft sogar selbst abgegangen (–> Blutspuren). Bis zur 12. Schwangerschaftswoche kann das sogar relativ leicht passieren – darum halten die meisten Paare es auch geheim bis zu dem Zeitpunkt, denn falschen Alarm will keiner geben. 50% aller Schwangerschaften gehen in der 1. bis 4. Woche sowieso ab. Vermutlich waren die meisten von uns schon mal ein bisschen schwanger.

1,5 Stunden danach

Januar 1, 2007

…und noch immer keine Blutung. Mist! Möglicherweise ist doch zuviel beim Erbrechen verloren gegangen. Shit. Werde jetzt nichts mehr trinken und in weiteren 1,5 Stunden noch mal loslegen. Auf gar keinen Fall darf ich noch mal erbrechen.

Erstes Plateau erreicht

Januar 1, 2007

Wer immer die medikamentöse Methode versucht und sowieso regulär unter ziemlich heftigen Menstruationsschmerzen leidet: Nehmt die Schmerzmittel eine halbe Stunde vor den Krampfmitteln!

Jetzt nach einer halben Stunde ist das schlimmste abgeebbt, bzw. vermutlich haben jetzt die Schmerzmittel angefangen zu wirken. Die ersten 20 Minuten nach Einnahme des Medikamente waren das schlimmste, das mir je passiert ist. Die Schmerzen kamen in Wellen, d.h. es gab zwischendurch immer mal wieder eine kurze Pause in der ich mich fast high fühlte (es gibt nichts Bessers als wenn der Schmerz nach lässt, heisst es). Die Pausen waren in den ersten 5 Minuten allerdings gar nicht da, und als sie kamen, zunächst nur eine Sekunde, bis es wieder los ging. Konnte spüren, wie sich die Gebärmutter wie eine Faust zusammenballt. Zwischendurch waren die Schmerzen so heftig, dass ich dachte ich müsste ohnmächtig werden, einmal musste ich mich erbrechen. Habe in eine Schüssel erbrochen, um zu sehen, ob ich nicht eventuell die Tabletten auskotze. Waren aber zum Glück nicht drin – bestimmt war in dem Erbrochenen auch etliches gelöst enthalten, aber um nichts in der Welt hätte ich mir das wieder zugeführt. Aber den Schmerzen und dann nach 20 Minuten der Schmerzlösung zufolge muss die Wirkung angeschlagen haben.

Blut ist freilich noch keines da. Wenn in 2 Stunden noch immer keine Blutung eingesetzt hat, muss ich noch mal zwei von den Krampfmitteln nehmen – aber dann nehm ich sicher zuerst die Schmerzmittel.

Jetzt ist es ganz erträglich. Schmerzen kommen in Wellen, bleiben aber im Gebärmutterbereich und ebben bald wieder ab. Als sie los gingen, zogen sie in das ganze Becken und die Oberschenkel hinunter – dort waren sie fast am unerträglichsten.

Schmerzen

Januar 1, 2007

Es macht eigentlich keinen Sinn aber knapp 10 Minuten nach der Einnahme gehen die Schmerzen schon los. Evt. hat mein Unterbewusstsein auch nur auf den Moment der offiziellen Einnahme gewartet, oder es geht so schnell, weil ich nichts gefrühstückt habe. Au! Mist, wünschte ich hätte die Schmerztabletten früher eingenommen, aber in der Klinik hieß es „zusammen mit den Krampfmitteln“. Signoff, kann nicht weiter schreiben mit Krämpfen.