Archiv für Dezember, 2006

Mitternacht rückt näher

Dezember 31, 2006

…und draußen werden die Böllereien immer schlimmer, jetzt sind sogar schon die ersten Feuerwerke zu sehen. Bilde mir ein, dass die Leute früher minimal disziplinierter waren – zwar böllerte es auch schon vorher, aber doch nicht so am laufenden Band wie hier.

Während ich lese und auf Mitternacht warte, versuche ich (wie immer) mich ein bisschen mehr zu entspannen, den Angstring irgenwie zu lösen. Wie immer ohne Erfolg. Ich bilde mir ein mir vorzustellen zu können, wie sich das anfühlen würde, wenn die Angst auf einmal wegginge, stelle mir das als ein prickeln vor, wie wenn man mit kalten Füßen ins Warme kommt.

In dem Buch das ich lese, wurde die hauptfigur gerade telefonisch vom Tod seiner Vaters benachrichtigt. Wenn meine Mutter jetzt sterben würde, fände ich daran furchtbar, dass sie stürbe, bevor ich es zu irgendwas gebracht habe. damit meine ich scheinbar nicht so was wie „einen guten Job“, denn den hab ich ja (auch wenn er mir keinen Spaß macht). Irgendwie komme ich mir immer verfehlt, falsch, deformiert, wie ein Abklatsch vor.

Solange ich denken kann ist Leben an sich eine furchtbare Herausforderung, die sich jeden Tag aufs Neue stellt und nie irgendwo hinführt. Und die Angstkrämpfe machen das deutlicher als es je zuvor war. Oops! ich sehe gerade, dass es nur ein oder zwei Minuten vor 12 ist. Mein Freund hatte vor Mitternacht nochmal anrufen wollen, das wird er dann wohl nicht mehr tun. Tja. Draußen donnerts wie in einem Krieg.

Ich würde mich gerne einfach hinweg schleichen aus diesem Leben, einfach gehen. Ich hab Angst vor dem Älter werden, weil ich bald nur noch verbitterter werden kann. Knapp die Hälfte meines Lebens hab ich schon hinter mir, aber ein wenig glücklich zu werden scheine ich nicht zu schaffen. Trotz meines Freundes (dem ich allerdings aber auch nicht die Last für mein Glücl aufbürden kann, das muss ich schon selber tun). Hab mal wieder Angst, dass meine Hoffnungslosigkeit ihn einmal ganz vergrätzt. Ichweiß auch nicht, warum sich irgendjemand mit mir würde abgeben wollen.

Schlimmer ist noch, dass ich weiß, dass es anderen Menschen auch so geht. Die Freundin, die ich gestern traf, nimmt seit Jahren Antidepressiva und in viel von ihrem Verhalten meine ich Strategien, die ich verwende, wieder zu erkennen. Z.B. Telefone frühzeitig abzubrechen um zu vermeiden, dass Leerstellen auftauchen. Und obwohl ich das weiß und das sehe, kann ich ihr auch nicht helfen. Und obwohl wir ähnliche Probleme haben und uns vermutlich beide nach echtem nahen menschlichen Austausch sehnen, kann ich ihr den auch nicht bieten.

Denke daran, dass mein Freund jetzt irgendwo steht und andere Menschen umarmt.

Edit: Uff. Mein Freund hat eben angerufen. Gott sei Dank. Und ich hab mich wohl wieder kalt wie ein Fisch benommen und tatsächlich auch das Telefonat abgewürgt. Ich bin einfach eine unglaublich unbegnadete Telefoniererin:-((((

Erst mal Stillstand

Dezember 31, 2006

Nach dem letzten Schmerzschub von vor ein paar Stunden ist jetzt erst mal wieder Stillstand. Draußen gehen im Sekundentakt irgendwelche verfrühten Silvesterböller los, näher und ferner. Nervig.

Schätze dass ich mich nach diesem Abbruch um die Spirale werde kümmern müssen. Die Pille kann ich nicht nehmen, da bei mir erhöhte Thrombosegefahr besteht (Schwangerschaft an sich ist die größte Gefahr überhaupt in so einem Zustand). In Salzburg hat man mir gezeigt, wie eine Kupferspirale aussieht. Zwei Nylonfäden ragen nach Einsetzen der Spirale noch aus dem Muttermund raus. Die Beraterin meinte, dass diese Fäden häufig beim Geschlechtsverkehr den Partner pieksen würden (in den Schwanz, aber das sagte sie nicht).

Völlig absurd die Vorstellung, dass ein so simples Problem noch nicht gelöst wurde. Dabei gibt es Werkstoffkunde als eigenen Studiengang. Ich bin mir sicher, dass schone ine einzige Diplomarbeit reichen würde, um ein Material zu finden, dass nicht so hart abgeschnitten werden muss und daher piekst wie diese Nylonfäden. Allerdings hat die männergeführte Industrie ja auch keine Interesse daran etwas zu erfinden, dass Frauen die Verhütung erleichtert. Bin mir sicher dass es cholerische Männer gibt, die ihre Partnerinnen beschimpfen, wenn der Nylonfaden sie in den Schwanz piekst.

Es geht los

Dezember 31, 2006

Knapp 24 Stunden nach der Einnahme werden die Schmerzen stärker. Der Arzt hatte ja bei der Untersuchung vermutet, dass die Schwangerschaft eh von selbst abgehen könnte, da leichte Blutspuren da waren. Schmerzen hatte ich auch schon neulich nacht gehabt. Blutung ist aktuell nicht festzustellen, aber es tut bereits weh wie immer am ersten Tag der Regel. Ich hab immer brutale Menstruationsschmerzen, ich glaube ich weiß also, was mich erwartet. Momentan ist es noch erträglich (Männer würden wohl eher heulen), aber es wird ja eh noch schlimmer werden. Man stelle sich erst mal eine Geburt vor, oh mein Gott. Angstlevel auch unverändert, es kam mir wirklich nichts passieren wo ich bin und sollte jemand an der Tür klingeln, gehe ich sicher nicht ran. Angst, geh doch bitte einmal weg.

Puh!

Dezember 30, 2006

Gestern habe ich noch eine Freundin getroffen, die ich leider nur alle zwei bis drei Jahre sehe, weil sie auf einem fernen Kontinent weilt. Um 10 trafen wir uns und um 16 Uhr musste ich schon wieder fahren – war äußerlich einigermaßen entspannt während der Zeit. Innerlich lief’s nicht ganz so gut. Die Angstringe, die sich in Wien kurz gelegt hatten, lagen wieder dicht um meinen Bauch (und da liegen sie auch jetzt noch). Irgendwie scheinen sie mir die ganze Energie abzuziehen, denn wenn ich so einen halben Tag in dem Zustand unterwegs bin, dann scheint die Welt immer weiter weg zu ziehen und ich hab wechselweise Angst, verrückt oder ohnmächtig zu werden.

Vor allem vor dem verrücktwerden hab ich Angst. Ich wünschte ich könnte irgendeinem der Menschen die ich kenne, vermitteln wie ich mich fühle. Wenn die Welt sich entfernt, dann muss man sich sehr anstrengen, ihr überhaupt Sinn zu entreißen, und um so schwieriger wird es, mit ihr und den Menschen darin in Kontakt zu treten. Meistens bin ich dann parallel auch so müde, dass ich an Ort und Stelle am liebsten nur einschlafen würde. Für mich müssten sämtlich Städte mit Schlafcafés ausgestattet sein. Da es nicht mal irgendwo solche Schlafcafés gibt, nehme ich an, dass dieser Zustand, der mich in der Öffentlichkeit meist ergreift (wo auch sonst… unter Menschen hab ich ja die größte Angst, und wenn ich allein bin versuch ich mich davon zu erholen), kein Massenphänomen ist:-=

Heute war ich dann auch in der Klinik wegen der Einnahme der Abbruchsmedikamente. Ich hatte selbst schon vermutet, dass die Schwangerschaft eventuell sich selbst beenden könnte, da ich vorletzte Nacht furchtbare Unterbauchschmerzen hatte und die Vaginalflüssigkeit leicht rotbraun war. Der Arzt bestätigte die Vermutung – allerdings kann man da leider nicht drauf setzen.

Das erste Medikament, Mifegyne, das ich vor Ort einnahm, erklärte er mir in etwa so: Mifegyne setzt sich an alle Hormonrezeptoren, an denen sonst die Schwangerschaftshormone ansetzen. Der Fruchtreifung wird damit der Boden entzogen. Das allein kann schon zu einem Abgang führen. Um den Prozess aber wirklich steuerbar zu machen, wird ann zwei Tage nach Mifegyneinnahme ein Krampfmittel verabreicht, das innerhalb von 2 bis 3 Stunden zu Gebärmutterkontraktionen führt. Das ist der Teil, an dem es dann wirklich schmerzhaft werden wird. Schmerzmittel habe ich gleich mit den Krampfmitteln nach Hause mit genommen.

Alles in allem ist die Klinik (das Gynmed Ambulatorium Salzburg) erleichtert wertfrei im Umgang mit Abbruchspatientinnen. Der Arzt erklärte alles sehr vernünftig und gleichzeitig auch beratend – empfahl mir, mich dringend um eine vernünftige Form der Verhütung zu kümmern, ohne zu irgend einem Zeitpunkt paternalisierend zu wirken. Ein erstaunliches Vermögen.

Knackpunkt ist, dass ich nie regelmäßif hormonelle verhütung eingenommen habe (weil nie vorher in einer so festen Beziehung, die das empfehlen würde). Vor anderthalb Jahren, als ich mit meinem Freund zusammenkam, hab ich dann die Pille angefangen zu nehmen – und mir prompt eine Thrombose auf einem Flug eingefangen. Seitdem haben wir danach mit Kondomen und Kalendertagen versucht zu verhüten. Scheinbar erfolglos.

Noch zweieinhalb Tage bis Ultimo

Dezember 28, 2006

Mit dem heutigen Tag werde ich noch zweeinhalb Tage unbeeinträchtigt schwanger sein. Es ist die erste Schwangerschaft, und heute ist der zweite Tag der fünften Woche der Schwangerschaft – gerechnet wird ab dem ersten Tag der letzten Regel, die eigentliche Befruchtung wird später stattgefunden haben, vermutlich um den 8. Dezember.

Interessant für die Zukunft: Man merkt sofort das man schwanger ist:

_Die Titten tun unwahrscheinlich weh, dauernd, jede Berührung ist schmerzhaft. Anders bei den üblichen Brustschmerzen vor der Menstruation tun sie vor allem seitlich weh.

_Mir war ziemlich früh schlecht – nicht dramatisch schlecht, aber so, dass sich einem etwas Speichel im Mund sammelt, ähnlich wie vor einem Erbrechen, nur ohne Erbrechen.

_Man merkt es im Unterleib – mal ein punktartiger Druck, mal eine Art Flirren dort wo die Gebärmutter sitzen sollte.

Habe gestern noch lange mit einer Freundin telefoniert und das Ganze mit ihr debattiert, also mit dem ersten Menschen außer meinem Freund darüber geredet. Nach wie vor steht meine Entscheidung ganz klar und ich bin ziemlich froh darüber, dass die Zweifel ad acta gelegt sind. Es gibt keinen unpassenderen Zeitpunkt: Mei befristeter Arbeitsvertrag läuft demnächst ab, mein Freund würde sein Studium ziemlich genau zu einem möglichen Geburtstermin beenden. Und dann? Wäre keiner mehr zum Kohle verdienen da.

In Deutschland wird gerade beim Wochengeld umgestellt von Fixbeträgen auf einkommensabhängiges Wochengeld – und jetzt sind wehenfördernde Mittel (bei denen mit geringen Einkommen) bzw. wehenhemmende Mittel (bei den mit hohem Einkommen) extrem en vogue. Irgendwie pervers. In Österreich ist das jedenfalls schon längst so. Frauen mit gutem Einkommen in den letzten drei Monaten bekommen in den zwei Monaten und vor und nach der Geburt jeweils etwas mehr als den sonstigen Nettoverdienst ausgezahlt. . Selbstständige tätige Frauen bekommen ca. 22 Euro pro Tag (sic!), geringfügig Veschäftigte bekommen 7,30 Euro pro Tag (sic! sic! sic!). Arbeislose bekommen Sozialhilfe. Die Schere klafft krass.

Was bedeutet eine Abtreibung?

Dezember 27, 2006

Bin gerade zurückgekehrt vom Vorweihnachtsurlaub in Wien und dem Weihnachtsbesuch bei den Eltern meines Freundes. Wir wollten länger bleiben, aber meine üblichen Ängste wurden abgelöst von anderen: Letzten Freitag, nach Ausbleiben der Regel und Schwangerschaftstest aus der Drogerie, stellte ich fest dass ich schwanger bin.
….
Mittlerweile ist eine Entscheidung gefallen. Das Pendel schlug wechselweise pro Kind, pro Abbruch, pro Kind, pro Abbruch aus und hat sich dort jetzt eingependelt: Am Samstag habe ich einen Termin bei Gynmed:Ambulatorium für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung.

Methode: Mifegyne („RU 486″), ambulante Behandlung
Kosten: 425 Euro

Nach all der Schelte auf die das Kinderkriegen verweigernden Akademiker(innen) ist es erleichternd, auf der Startseite von Gynmed dies zu lesen:

“Für Frauen bedeutet eine Abtreibung, dass sie ihr bisheriges Leben fortsetzen und damit ihrer Verantwortung sich selbst, ihren Familien, bzw. ihren Kindern und der Gesellschaft gegenüber weiter gerecht werden können.” P. Lunneborg, 1992

Urlaub von der Arbeit

Dezember 15, 2006

Heute fahre ich weg, zunächst für einen Tag mit meinem Freund zu seinen Eltern. Erübrigt sich zu sagen, dass ich furchtbare Angst davor habe, etwas zu tun, was auf ihre Ablehnung stoßen wird. Dann fahren wir woanders hin und Weihnachten bis Silvester werden wir wieder dort sein. Ich hoffe es geht gut, ich befürchte, dass ich entweder allen durch meine Art auf den Wecker gehen werde oder dass ich wegen dieser Befürchtung wieder in Angsterstarrung verfalle und damit allen auf den Wecker gehe. Urlaub von der Angst wäre was Schönes :-)

Kurze Vorstellung

Dezember 15, 2006

Das ist nicht der erste oder einzige Blog, den ich habe, aber die Dinge, über die ich hier schreibe, würde ich niemals auf meinen anderen Blogs schreiben. Meine anderen Blogs sind nicht gelogen, sie blenden nur vieles aus. Sie blenden all meine Ängste aus. Im Kern meiner Angst steht dies: Ich hasse mich. Ich verabscheue mich an schlimmen Tagen mit jeder Faser meines Wesens. Ich sehe mich im Spiegel und was ich sehe ist nur verabscheuungswürdig. Darum ist es so wichtig, dass ich auf meine Selbstdarstellung achte – sonst könnte ich mich selbst gar nicht ertragen. Ich komme mir vor wie eine Zumutung für alles und jeden.

Darum achte ich auf meine Aussehen, aber examinere genauso intensiv mein Verhalten, meine Worte, meinen Tonfall, meinen Gang, kurz: alles meiner Außenwirkung.

Es gibt natürlich auch Momente, in denen ich mich einigermaßen ertragen kann. Es gibt sicher etliche Leute, die nicht einmal ahnen, wie sehr ich mich verabscheue. Für meinen Beruf habe ich mir eine eigene Persona zugelegt – sicher machen das die meisten Menschen. Ich bin froh darüber, dass ich mich hinter dieser Persona der Professionalität verstecken darf, sonst könnte ich wohl gar nicht arbeiten.

Ich habe auch einen Freund – keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Mein Freund ist wirklich der wunderbarste, wärmste, schönste, witzigste Mensch den ich kenne. Darum bin ich auch überzeugt, dass er mich eines Tages verlassen wird. Wir sind seit 1.5 Jahren zusammen, aber es kann gar nicht sein, dass so ein wunderbarer Mensch wie er mit so einem Scheusal wie mir zusammen bleibt.

Gestern feierten er und seine Freund eine kleine spontane Weihnachtsfeier, zu der er mich telefonisch eingeladen hat. Schon am Telefon war ich mir sicher, dass er mich nur der Form halber anruft, weil man der Freundin eben Bescheid sagen muss – rational kann ich mir nachkonstruieren, dass das möglicherweise nicht so war und dass ich diese Wahrnehmung nur hineinlese, aber ich kann meine Wahrnehmung dadurch nicht ändern. Ich musste noch etwas länger arbeiten, da heute mein Urlaub beginnt, und so war es schon recht spät, als ich endlich Zeit hatte.

Dennoch bin ich nicht gleich zu der Feier gegangen – ich ging erst mal nach Hause und habe mir etwas zu essen gemacht. Ich habe überlegt, wer wohl bei der Feier sein könnte. Ich hab oft Angst vor sozialen Events, weil ich nie weiß, wie ich drauf sein werde. Manchmal bin ich wie erstarrt weil ich in allen Augen Ablehnung zu lesen meine – und zwar weiß ich dass ich mir auch das zu einem Teil einbilde (eben nur zu einem Teil, denn wenn man selbst glaubt, dass einen alle ablehnen, dann strahlt man selbst auch eine gewisse Reserviertheit aus), doch komme ich dann einfach nicht raus aus dieser Erstarrtheit. Bei manchen Leuten ist das stärker, bei anderen schwächer. Zwei Leute fielen mir ein, die wohl sicher da wären und bei denen ich fast immer erstarre, daher habe ich dann beschlossen, dass ich nicht gehen würde um mir und denen diesen Krampf zu ersparen.

Ich hab meinen Freund dann angerufen und hab mich erstmal entschuldigt, dass ich schon wieder absagen würde (wie man sich denken kann, sage ich häufiger ab). Er klang ein bisschen enttäuscht. Er sagte erst ok und dann „Ach geh, komm doch.“ Ich ertappte mich bei der Antwort „Ich mag aber nicht“ (und ich mag auch nicht, weil ich Schiß habe), und merkte dabei, wie beschissen das klingt. Wie eine Scheiß komplizierte Zicke, die sich zu gut ist für die Freunde ihres Freundes.

Trotzdem konnte ich jetzt nichts daran ändern. Ich konnte da nicht hin, nach dem Telefonat schon gar nicht. Das würde ich nicht hinkriegen.

Ich bin ins Bett gegangen und sah vorm Einschlafen zum xten Mal unsere Beziehung auseinanderbrechen. Auseinanderbrechen, weil ich wie besessen glaube, dass mich alle hassen. Weil ich glaube mich verstecken zu muessen. Weil ich glaube, dass ich den Leuten was gutes tue, wenn ich ihnen meine Answesenheit erspare. Weil ich unfähig bin zu sehen, dass ich meinen Freund verletze, wenn ich mich immer zurückziehe. Und weil ich es nicht hinkriege, meine Ängste zu bewältigen und weil ich deswegen sogar selbst schuld sein werde am Ende der Beziehung.

Was tun? Ach ja, Therapie. In einer Stunde ist meine nächste Therapiestunde. Ich habe bisher auf dem Buckel:

4.5 Monate stationäre Therapie (mit 20)
1.5 Jahre ambulante Therapie (darauf folgend)
2 Jahre ambulante Therapie (29-30)
kurze Pause
1.5 jahre ambulante Therapie (31 bis jetzt)

Ich kann meinen Selbsthass also immer besser beschreiben. Trotzdem finde ich immer noch, dass ich am besten abgeschaltet werden sollte. Traumatische Erlebnisse in der Kindheit? Da fällt mir nix ein als die Scheidung meiner Eltern. Im Vergleich zu dem was andere durchmachen mussten, war meine Kindheit ein Traum.